Erste Begegnung mit Weißem Tee – England, 2007

Gespeichert von yiguo2000 am

2007 studierte ich Werkstofftechnik in Sheffield. In den Osterferien fuhr ich nach London, um die Stadt zu entdecken.
Damals hörte ich bei Harrodszum ersten Mal den Begriff „Weißer Tee“.
Eine Mitarbeiterin stellte einen Weißen Tee aus Darjeeling, Indien, vor.

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Damals verstand ich noch nicht viel von Tee und fand es einfach sehr neu.
Rückblickend ist das aber ziemlich spannend: 2007 dort von Weißem Tee zu hören, bedeutet, dass ich zu den Ersten gehörte, die ihm begegnet sind.

Damals fing der europäische Markt gerade an, Weißen Tee als Premium-Tee zu präsentieren. Viele Verkäufer in Kaufhäusern erzählten eine Geschichte wie:

Aus dem Himalaya, von Hand gepflückt, selten und zart.

Ein Detail kennen aber nur Leute aus der Teewelt.
Viele dieser sogenannten „Darjeeling-Weißtees“ waren eigentlich recht neue Produkte und keine uralten traditionellen Tees.

Der wirklich traditionelle Weiße Tee

Der eigentliche historische Ursprung des Weißtees liegt in Fujian, China:

  • Baihao Yinzhen (Silbernadel)
  • Bai Mu Dan (Weiße Pfingstrose)

In Darjeeling begann man erst Anfang der 2000er-Jahre in größerem Stil, Weißen Tee herzustellen.
Der Grund war praktisch: Der Markt brauchte neue Geschichten.
Damals interessierte sich der europäische Markt zunehmend für:

  • Tees rund um das Thema Wohlbefinden
  • leicht oxidierte Tees
  • Antioxidantien

Viele Teegärten brachten deshalb neue Produkte heraus:

  • Darjeeling White Tea
  • Silver Tips
  • Moonlight White

Im Grunde war das eine neue Spezialitätentee-Strategie.

Ein Wendepunkt im weltweiten Teemarkt

Rückblickend war das ein echter Wendepunkt.
Zwischen 2005 und 2010 begann der weltweite Markt für Spezialitätentees Gestalt anzunehmen.
In dieser Zeit passierte einiges:

  • Darjeeling begann, Spezialitätentees zu entwickeln
  • Taiwanische Hochgebirgstees fielen in Europa auf
  • Weißer Tee wurde als „Wellness-Tee“ vermarktet
  • Das Konzept „Single Origin“ wurde beliebt

Im Nachhinein ist das wirklich faszinierend.
Ich stand mitten in einer sich wandelnden Teewelt, ohne es zu merken.
Viele in der Teewelt sagen heute über diese Zeit:

Damals begann der Markt, „den Tee neu zu erfinden“.

Eine besondere Studiengruppe

Übrigens war meine damalige Studiengruppe ziemlich bunt.
Zwei Kommilitonen kamen aus dem Iran, einer aus Indien – eine sehr internationale Runde.
Typisch für eine britische Uni: Menschen aus aller Welt, die für kurze Zeit an einem Ort zusammenkommen.